Wenn jemand sich darüber informieren möchte, was das Tennisspielen alles in sich hat und was man dadurch alles erreichen kann – welche Informationen würde man erwarten? Will man Roger Federer vor die Augen gemalt bekommen oder einen Halb-Professionellen?
Dieses Beispiel soll verdeutlichen, weshalb das Leben eines echten Christen in einem solch hohen Standard festgelegt ist. Doch was ist daran falsch? Was lässt es unglaubwürdig erscheinen? Eigene Erfahrungen vielleicht? Oder das Leben von anderen Christen, die einem bekannt sind?
Eigentlich stimmt es sogar, dass ein echter Christ einen „Helden“ darstellt – nämlich einen Glaubenshelden. In der Bibel werden wir laufend mit solchen Männern und Frauen konfrontiert. Hebräer 11 gibt uns einen kleinen Überblick über diese Glaubenshelden. Wir können auch feststellen, dass alle von ihnen enormen Herausforderungen gegenüberstanden, grosse Kämpfe überwältigen mussten und schwierige Zeiten durchlebten. Was verhalf ihnen dazu, dass sie dennoch siegreich aus allem hervorgingen? Ihr felsenfestes Vertrauen auf Gott und ihr kompromissloses Leben nach den Weisungen Gottes machte den Unterschied.
…die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheissungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampf stark wurden, der Fremden Heere zurücktrieben. Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung wieder; andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen. Andere aber wurden durch Verhöhnung und Geisselung versucht, dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, starben den Tod durch das Schwert, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, Mangel leidend, bedrängt, geplagt. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und den Klüften der Erde. (Hebräer 11,33-38)
Das Christenleben soll in keiner Weise „beschönigt“ werden. Das Leben wird nicht „leichter“, wenn man Jesus Christus als Herrn und Erlöser angenommen hat und ihm nachfolgt. Satan ist immer noch der Gott dieser Welt und hat nach wie vor die Absicht, den Menschen zu schaden – vor allem den Christen. Verfolgung um Jesu willen, Spott und Verhöhnung, ja sogar Misshandlung von Menschen sind die natürlichen Folgen dessen, dass jemand kompromisslos Jesus Christus nachfolgt. Ein echtes Christenleben ruft unweigerlich unangenehme Umstände hervor:
Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden. (2. Timotheus 3,12)
Der Unterschied liegt darin, dass ein Christ vollumfänglich aus der Kraft Gottes schöpfen kann und in allen Situationen – mögen sie auch noch so widerlich und schlimm sein – als Überwinder siegreich hindurchgehen kann, weil Jesus Christus bereits alle Probleme dieser Welt siegreich überwunden hat!
In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich (Jesus) habe die Welt überwunden. (Johannes 16,33b)
Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. (Römer 8,37)
Woran soll sich ein Christ richten? Wen soll er als Beispiel und als Richtschnur für sein Christenleben nehmen? Es wäre lächerlich, sich ein schwächeres Bild vor die Augen malen lassen zu wollen als das Leben von Jesus Christus, denn dem Wort „Christ“ zufolge gilt er als derjenige, welcher uns den Massstab eines echten Christenlebens vorlegt.
Zurück zum Beispiel. Anscheinend bedeutet es keine Arroganz, wenn sich ein lernender Tennisspieler nur nach den besten Vorbildern ausrichtet und nicht nach denjenigen, die als Verlierer ausgingen. Weshalb sollte es arrogant sein, wenn ein Christ nach solchen Vorbildern seines Glaubens Ausschau hält, die aus der Kraft Gottes gelebt und Grosses für ihn bewirkt haben?
Dass längst nicht alle Christen in der Fülle leben, die Gott für sie bestimmt hat, ist bekannt. Doch soll man sich dadurch beirren lassen? Es besteht hier auch nicht die Absicht, diese Menschen zu kritisieren. Vor schneller Beurteilung oder Kritik ist auch Vorsicht geboten, denn negative Umstände, die einem Christen entgegenwirken, können verschiedene Gründe haben. Nicht alle entstehen durch das eigentliche Christenleben, sie können auch durch Unwissenheit oder eigene Fehler zustande kommen.
Abschliessend lässt sich das Leben eines echten Christen durch die Worte des Psalmisten David beschreiben:
Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der HERR. (Psalm 34,20)
Nun ja, wenn ich mal gemein sein will- was ist da der Unterschied zu einem Psychotiker? Nehme ich mir Menschen als Vorbild, die allesamt am Galgen starben? Ist das wirklich Christsein oder nur Fanatismus? Sind Islamisten dann nicht genauso stark? Ist das Urchristentum wirklich unser Ideal?
Lebe ich als Christ überhaupt nach Idealen oder nur nach der Kraft Gottes?
Erscheint mir irgendwie sehr anstrengend. Ivch meine, klar, alles geschieht durch den Arm des Herren. Aber wenn es nicht geschieht, muss ich mich doch sofort fragen: Was mache ich falsch, dass Gott in meinem Leben nicht handelt? Was muss ich ändern? Und da sind wir wieder ganz leicht in der Selbstgerechtigkeit drinnen und haben eine Beurteilung von sich und anderen ohne das eigentlich zu wollen. Darum bin ich mit wahrer Christ und falscher Christ sehr skeptisch. Mittlerweile, wenn mich jemand fragt, ob ich ein Christ bin, bin ich genötigt, zu sagen: Kommt drauf an, wie man es sieht. Für mich hingegen ist jeder ein Christ, der versucht, ein Christ zu sein. Richten wird Gott- später. Jetzt wächst ersteinmal das Unkraut mit den guten Pflanzen zusammen auf und das finde ich ist richtig. Und man wird es erst bei der Saat erkennen.
Du schreibst sehr interessant. Ich habe versucht, auf alle deine Fragen/Meinungen der Reihe nach einzugehen:
‚Galgen-Vorbild‘: Kommt ganz darauf an, weshalb diese Menschen am Galgen starben. Das ist typisch Materialismus: „Alles, was zählt, ist das Leben hier auf Erden.“ Doch unser Leben ist nach der Bibel nur ein ‚Hauch‘. Deshalb sollte unser Leben eine Vorbereitung auf die Ewigkeit sein. Wärst du bereit, Gott heute Nacht zu begegnen? Menschen, die aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus getötet wurden, fokussierten sich auf das Ewige. Sie werden ihren Lohn im Himmel haben. Und solche Menschen, die ihren Glauben auch im Angesicht des Todes nicht verleugneten, will ich mir unbedingt als Vorbilder nehmen.
Wenn das Urchristentum – so, wie wir es in der Bibel sehen – nicht unser Ideal ist, was willst du dir dann als Ideal nehmen? Für die Jünger Jesu war diese Lebensart jedenfalls nicht bloss ein ‚Ideal‘, denn offensichtlich lebten sie danach…
Du hast recht, dass wir aus der Kraft Gottes leben sollen. Wie aber kann diese Kraft in unserem Leben wirksam werden? Die Bibel erklärt, dass die Kraft Gottes in unserem Leben durch den Glauben an sein Wort wirksam wird. Jeder wiedergeborene Christ trägt das Potential in sich, nach den ‚Idealen‘ des Wortes Gottes zu leben. Es ist möglich durch Jesus Christus.
Ein Grund, weshalb Menschen das Wirken Gottes in ihrem Leben nicht erleben, liegt darin, dass sie eben nicht glauben, sondern durch ständiges Zweifeln und Hinterfragen, oder auch durch menschliche Traditionen/Meinungen die Kraft Gottes von ihrem Leben fern halten.
Selbstgerechtigkeit hat nichts damit zu tun, dass man sich fragt, wo man falsch liegt. Es bedeutet, dass jemand das Erlösungswerk Christi ablehnt, da er auf seine eigene Gerechtigkeit vertraut und meint, so vor Gott bestehen zu können.
Was bringt das ganze Christsein, wenn man nicht einmal den Begriff klar definieren kann und es von Meinungen/Definitionen als nur von der Bibel abhängt? Genau das lässt so viele ‚Christen‘ in Zweifel und Unsicherheit bleiben. Gott ist doch nicht schizofren, wenn er davon redet, dass wir die Wahrheit erkennen sollen!
Entschuldige, wenn ich dich ev. mit dieser Frage herausfordere, aber kennst du einen Christen, der ‚versucht‘, Christ zu sein und dabei erfolgreich ist? Von neuem geboren zu werden kann man nicht VERSUCHEN, sondern muss man nach Jesu Worten WERDEN.
Verstehe ich deine These mit den Pflanzen und dem Unkraut so richtig, dass z.B. jemand gute und schlechte Werke im Leben wirkt und dann Gott darüber richten lässt?
Nun ja, mal sehen…
Das ist typisch Spiritismus, „alles was zählt, ist das Leben im Himmel“.
Ich meinte nicht, dass man, wenn man es überhaupt so trennen kann, sich an die irdischen Güter hängen soll. Das tue ich auch nicht. Ich bin nur dagegen, das Fleisch als nichtig zu erklären, denn das Reich Gottes ist schon angebrochen. Wir erleben Gott schon im Diesseits- oder es ist uns mindestens so verheißen. Immer nur auf ein späteres Paradies zu warten ist meiner Ansicht nach psychotisch- dennn wir würden aus jedem Paradies ja sofort die Hölle machen. Das ewige Leben beginnt schon jetzt und der wiedergeborene Christ (ich versuche, in deiner Sprache zu reden, ich würde mich sonst so nicht ausdrücken) braucht eigentlich nicht zu hoffen, sondern nur zu sehen. Denn das Reich Gottes ist mitten unter uns.
Nun ja- Gottesbegegnung ist so ne Sache. Ich hatte mal sowas in der Richtung, würde aber nicht von Gott sprechen, auch wenn ich es tue. Nun ja, war wunderschön schrecklich. Ich denke, so wird es dann auch sein, nur „schlimmer“. Lasse meine esoterischen Betrachtungen hier aber mal außen vor… Der, von dem ich meine, dass er Gott ist, würde mich in seiner Fülle wohl erschlagen, aber ich schätze, dich auch. Vielleicht. Zum Glück ist er mir heute Nacht nicht begegnet 😉 …
Die Urchristen lebten nach Christus. Und waren im Übrigen um einiges vielfältiger noch als wir heute (Apokryphen…). Nun ja, wenn wir vor dem Schamassel stehen, dass wir nicht nach den Ordnungen des Urchristentums leben können, müssen wir uns wohl oder übel ganz auf Jesus verlassen. Wie die Urchristen auch. Es ist Unsinn, dass man Christ ist und darum leiden muss. Man muss leiden aufgrund der Eigenschaften in der Welt. Und darum sollte man sich das Leiden nie zum Vorbild nehemen- wenn, dann als Nebenwirkung.
Gott ist nicht schizophren- wir aber sind schizophren. Eine Hand voll Leute und die Bibel- eine Hand voll Meinungen.
Versuchen Christ zu sein oder es nach Jesu Worten werden. Letzteres ist in meinen Augen nur etwas schwammiger ausgedrückt. Letztlich ist es doch so: Man macht sich bereit, entscheidet sich oder sonst was, und der Rest kommt von Christus. Wenn das nicht so ist: Will Jesus mich nicht? Und wenn man sich das nicht fragen will, dann liegt es an einem selbst. So das, warum es dann doch auf den Menschen geschoben wird: Du glaubst eben noch nicht genug!
Nun ja, nach deiner These sollte man dann lieber nichts versuchen, machen, was man will, liegt ja allein an Christus.
Nun ja, warum schreibe ich das eigentlich alles? Vielleicht weil ich nicht will, dass man es sich so einfach macht.
Es ist ja immer die Frage: Entscheide ich mich gegen die Welt oder flüchte ich vor ihr?
Segen!
PS: Bitte nicht zu persönlich nehmen- ich versuche nur dazulegen, warum ich gegen so ein dogmatisches Wiedergeburtschristentum bin.
Danke für deine Gedanken. Zur Info: Spiritismus hat mit Geisterbeschwörung zu tun und gehört zum Okkultismus.
Zum ‚Wiedergeburtschristentum‘:
Was musstest du dazu beitragen, um geboren zu werden? Nichts – kein Versuch, du bist es einfach geworden. Du warst da. Doch aufwachsen, lernen und dich entwickeln – hier musstest und musst du deinen Teil dazu beitragen.
Jesus Christus hat gesagt, dass wir von Neuem geboren werden müssen. Dies geschieht ohne eigenes Dazutun, es geschieht durch die Kraft Gottes, indem wir zu Gott umkehren, Jesus Christus als Herrn und Retter annehmen und uns auf seinen Namen taufen lassen. Ein neugeborener Mensch in Christus ist geworden. Jetzt kann er aufwachsen, lernen und sich entwickeln – mit Gottes Hilfe.
Wenn du nicht annehmen willst, was Jesus von dir verlangt, damit du gerettet werden kannst, dann nützt dir der ganze Rest der Bibel und des Christentums nichts. Denn zurück bleibt nur Religion – ohne göttliches Leben und ohne Kraft.